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Studie

Wie gut sind Zahnarzt-Websites in Österreich für KI-Suche vorbereitet? 245 Startseiten im Check

Von Finn Kruetschnigg8 Min. Lesezeit

Wir haben die Startseiten von 245 Zahnarztpraxen aus 20 österreichischen Städten auf technische Signale für KI-Suche geprüft. Der Wert ist der gewichtete Anteil bestandener Signale, der Median liegt bei 78 von 100. Die Grundlagen sitzen, keine einzige robots.txt sperrt einen der 12 geprüften KI-Crawler. Die größte Lücke liegt bei den strukturierten Daten: Nur 3,7 % haben ein FAQPage-Schema, nur 53,9 % zeichnen die Praxis als Organisation oder lokales Unternehmen aus.

Das Wichtigste

  • Gesamtbild: Median 78 von 100 Punkten, die mittlere Hälfte der Seiten liegt zwischen 71 und 83. 51 Seiten (20,8 %) erreichen 85 oder mehr, 8 (3,3 %) bleiben unter 50.
  • Grundlagen: 98,4 % nutzen HTTPS, 89,8 % haben eine Meta-Description, 90,6 % eine robots.txt. Keine einzige robots.txt sperrt einen der 12 geprüften KI-Crawler.
  • Größte Lücke: Strukturierte Daten kommen im Mittel auf nur 49,1 von 100 Punkten. FAQPage-Schema haben 9 Seiten (3,7 %).
  • Antwortfähige Texte sind selten: 14 % der Seiten mit Zwischenüberschriften nutzen Fragen als Überschriften, 11,8 % beginnen mit einem Definitionssatz, 13,1 % bieten Listen und Tabellen.
  • llms.txt: 43 Seiten (17,6 %) haben eine, darunter alle 16 Wix-Seiten, aber nur 15 von 109 WordPress-Seiten.
  • Was die Zahlen nicht sagen: Sie messen technische Vorbereitung, nicht, ob ChatGPT, Gemini oder Perplexity eine Praxis nennen.

So haben wir gemessen

Auswahl. Für 20 Städte (Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt, Villach, Wels, St. Pölten, Dornbirn, Bregenz, Steyr, Leoben, Krems, Wiener Neustadt, Baden, Feldkirch, Kufstein, Lienz, Eisenstadt) haben wir die Google-Ergebnisse zu „Zahnarzt <Stadt>“ abgefragt: Suchland Österreich, Sprache Deutsch, Ergebnisseiten 1 und 2, zusammen 40 Suchen. Verzeichnisse, Portale, Kammern, Behörden, Medien und soziale Netzwerke haben wir anhand einer Domain-Liste aussortiert. Übrig blieben 275 verschiedene Domains, davon 261 mit einem zahnmedizinischen Stichwort (etwa Zahn, Dental, Kiefer, Implantat) im Titel oder in der Adresse.

Ausfälle und Ausschlüsse. Von den 261 Websites ließen sich 251 auswerten. 10 nicht: 4 wiesen den automatischen Abruf ab (Bot-Schutz), 1 antwortete nicht rechtzeitig, 4 ließen sich nicht laden, 1 lieferte einen HTTP-Fehler. Von den 251 haben wir 6 von Hand ausgeschlossen, weil es keine Zahnarztpraxis-Websites waren (Krankenhäuser, ein Ärzteportal, eine Stadtseite). Ausgewertet haben wir 245 Websites.

Messung. Pro Website haben wir einmal die Startseite sowie robots.txt, sitemap.xml und llms.txt abgerufen, am 1. Oktober 2026, mit der Kennung „AevolyzeBot“. Unterseiten sind nicht Teil der Studie. Geprüft hat der Aevolyze-Regelkatalog in Version 1.1.0. Er hat 68 Signale in sechs Bereichen; der Bereich „Sichtbarkeit“ (drei Signale) braucht Suchdaten und ist hier nicht enthalten. Die Werte beruhen auf 65 Signalen in fünf Bereichen. Der Wert von 0 bis 100 ist der gewichtete Anteil bestandener Signale; Signale, die auf einer Seite nicht anwendbar sind, zählen nicht mit.

Gesamtbild: Median 78, breite Mitte

Der mittlere Wert liegt bei 75,7, der Median bei 78. Der niedrigste Wert ist 35, der höchste 91. Die meisten Seiten sind technisch ordentlich aufgestellt, aber nur wenige holen alles heraus.

Verteilung der Gesamtwerte (245 Websites)
  • 85 oder mehr51 Websites (20,8 %)
  • 70 bis 84137 Websites (55,9 %)
  • 50 bis 6949 Websites (20 %)
  • Unter 508 Websites (3,3 %)

Nach Bereichen getrennt zeigt sich, wo der Abstand zum Maximum liegt. Meta-Daten und Zugänglichkeit sind fast erledigt, die Mitte (Überschriften, Antwortfähigkeit) hat Luft, strukturierte Daten sind der schwächste Bereich.

Mittlerer Wert je Bereich (0 bis 100)
  • Zugänglichkeit für KI92,2
  • Meta & Head90,5
  • Struktur & Überschriften67,4
  • Antwortfähigkeit63,2
  • Strukturierte Daten49,1

Was fast alle richtig machen

Bei den technischen Grundlagen gibt es kaum etwas zu beanstanden. Besonders wichtig für KI-Suche: Keine einzige robots.txt sperrt einen der 12 geprüften KI-Crawler (GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User, ClaudeBot, Claude-SearchBot, Claude-User, PerplexityBot, Perplexity-User, Google-Extended, CCBot, Applebot-Extended, meta-externalagent). Auch ein pauschales „alle Bots aussperren“ kommt nicht vor. 23 Seiten haben gar keine robots.txt; dort ist alles erlaubt.

Technische Grundlagen im Überblick
MerkmalAnteilWebsites
HTTPS98,4 %241 von 245
Meta-Description vorhanden89,8 %220 von 245
robots.txt vorhanden90,6 %222 von 245
KI-Crawler nicht ausgesperrt (ohne robots.txt gilt: erlaubt)100 %245 von 245
sitemap.xml vorhanden82,4 %202 von 245
Text schon im HTML (ohne JavaScript lesbar)75,5 %185 von 245
Open-Graph-Bild vorhanden58,8 %144 von 245

Zwei Einschränkungen: Ein robots.txt-Test sieht keine Sperren, die eine Firewall oder ein Bot-Schutz setzt. 4 Seiten haben unseren Abruf abgewiesen und fehlen deshalb in den Zahlen. Und bei 52 Seiten (21,2 %) steht im ausgelieferten HTML nur ein Teil des Textes, bei 8 so gut wie nichts. Was ein KI-Crawler ohne JavaScript nicht sieht, kann er nicht lesen.

Wo die Lücken liegen

Die Lücken betreffen zwei Dinge: Wie klar die Seite maschinenlesbar sagt, wer sie ist, und wie leicht sich Antworten aus ihren Texten herausziehen lassen.

Strukturierte Daten und Textaufbau
MerkmalAnteilWebsites
Strukturierte Daten (JSON-LD) vorhanden67,8 %166 von 245
Praxis als Organisation oder lokales Unternehmen ausgezeichnet53,9 %132 von 245
WebSite-Schema49,8 %122 von 245
BreadcrumbList26,1 %64 von 245
FAQPage-Schema3,7 %9 von 245
Verknüpfung mit anderen Profilen (sameAs)2 %5 von 245
Mindestens 600 Wörter auf der Startseite42 %103 von 245
Antwort am Seitenanfang (erster Absatz 120 bis 500 Zeichen)47,8 %117 von 245
Datum der Veröffentlichung oder Änderung erkennbar36,3 %89 von 245
Fragen als Zwischenüberschriften (nur Seiten mit Zwischenüberschriften)14 %33 von 236
Definitionssatz („X ist …“)11,8 %29 von 245
Listen und Tabellen13,1 %32 von 245

Auffällig ist die Auszeichnung der Praxis: 166 Seiten haben überhaupt strukturierte Daten, aber nur 5 verknüpfen die Praxis über sameAs mit anderen Profilen, etwa dem Google-Unternehmensprofil. Mit sameAs sagt eine Seite maschinenlesbar, welche Profile zur selben Praxis gehören. Ob das Nennungen in KI-Antworten beeinflusst, ist nicht belegt.

Beim FAQ-Schema kommt eine Besonderheit dazu. Google zeigt für FAQ-Markup seit Mai 2026 keine Rich-Results mehr (mehr dazu im Bericht FAQ-Schema und KI-Sichtbarkeit). Wer es nachrüstet, tut das also nicht für Google. Sichtbare Fragen und Antworten auf der Seite bleiben trotzdem nützlich für Patientinnen und Patienten. 22 Seiten (9 %) haben Fragen und Antworten im Text, aber kein Schema dazu.

llms.txt: meist Plattform-Automatik

43 Seiten (17,6 %) liefern eine llms.txt aus. Auffällig ist die Verteilung: Alle 16 erkannten Wix-Seiten haben eine, von 109 WordPress-Seiten nur 15. Stichproben zeigen automatisch erzeugte Dateien von Baukästen und SEO-Plugins. Die Verbreitung sagt also wenig über bewusste Optimierung aus. Ob die Datei etwas bringt, besprechen wir im Bericht llms.txt: Nutzen und Grenzen.

Nach Baukasten: WordPress vorn

Verteilung der erkannten Systeme
SystemWebsitesAnteil
WordPress10944,5 %
Nicht erkannt9438,4 %
Wix166,5 %
Joomla62,4 %
Squarespace52 %
TYPO352 %
Jimdo31,2 %
Webflow31,2 %
Drupal20,8 %
Weebly/IONOS20,8 %

WordPress-Seiten erreichen einen Median von 82, Seiten ohne erkanntes System 77. Das ist ein Unterschied in der Stichprobe, keine Aussage über Ursachen: Wer WordPress einsetzt, hat oft auch ein SEO-Plugin, das Meta-Daten und Schema automatisch erzeugt. Die Zuordnung zum System erfolgte automatisch anhand von Merkmalen im HTML und ist nicht fehlerfrei.

Grenzen dieser Studie

  • Keine repräsentative Stichprobe. Wir haben Praxen betrachtet, die bei Google zu „Zahnarzt <Stadt>“ erscheinen. Wer dort steht, hat vermutlich eher in seine Website investiert. Die Werte können deshalb für alle Praxen schlechter ausfallen. Praxen ohne Website oder ohne Google-Sichtbarkeit fehlen ganz.
  • Gleiche Abfrage je Stadt. Jede Stadt wurde mit denselben zwei Ergebnisseiten abgefragt, unabhängig von ihrer Größe. Große Städte wie Wien sind im Verhältnis zur Zahl ihrer Praxen deshalb schwächer vertreten als kleine.
  • Rechnerische Unsicherheit. Bei 245 Websites liegt die rechnerische Fehlerspanne eines Anteils bei etwa ±6,3 Prozentpunkten. Das gilt nur, wenn die Auswahl zufällig wäre. Das ist sie nicht.
  • Nur die Startseite. Leistungsseiten, Ratgeber und Blogartikel sind nicht erfasst. Dort stehen oft die ausführlicheren Inhalte, die für Antworten besonders interessant wären.
  • Momentaufnahme. Alle Abrufe stammen vom 1. Oktober 2026. Webseiten ändern sich.
  • Eine Lücke im Regelkatalog. Bei 33 Seiten (13,5 %) ist die Praxis als „Dentist“ ausgezeichnet. Der Organisationscheck des Regelkatalogs erkennt diesen Untertyp nicht in jedem Fall: 12 dieser 33 Seiten bestehen den Check nicht. Die Kennzahl „Praxis oder Organisation ausgezeichnet“ in der Tabelle oben (53,9 %) beruht darum auf einer eigenen Liste von Typen. Der Regelkatalog selbst käme auf 48,6 %.
  • Wir haben ein Eigeninteresse. Aevolyze verkauft ein Werkzeug, das mit diesem Regelkatalog arbeitet. Die Studie misst mit unserem Maßstab, nicht mit einer neutralen Norm. Dass der Maßstab Nennungen in KI-Antworten vorhersagt, ist nicht belegt.
  • Keine einzelnen Praxen. Die Einzelergebnisse nennen Praxen. Wir veröffentlichen sie nicht, um niemanden vorzuführen.

Was Praxen jetzt tun können

  1. robots.txt und sitemap.xml prüfen. Öffne deine-domain.at/robots.txt. Sie sollte vorhanden sein und keine Kennungen wie GPTBot oder OAI-SearchBot aussperren, wenn du in KI-Suchen auftauchen möchtest. Wie das geht, steht im Bericht KI-Crawler in der robots.txt.
  2. Die Praxis eindeutig auszeichnen. Eine strukturierte Auszeichnung als Organisation oder lokales Unternehmen mit Name, Adresse, Telefonnummer und Links zu den eigenen Profilen (sameAs) macht die Identität maschinenlesbar.
  3. Antworten an den Anfang stellen. Der erste Absatz einer Leistungsseite sollte die Frage beantworten, die Patientinnen und Patienten wirklich haben. Fragen als Zwischenüberschriften helfen beim Gliedern.
  4. Text im HTML ausliefern. Prüfe, ob der Inhalt der Startseite ohne JavaScript im Quelltext steht.

Eine Nennung in KI-Antworten folgt daraus nicht automatisch, und niemand kann sie seriös zusagen. Es sind die technischen Voraussetzungen, damit nichts im Weg steht.

Quellen